60 Projektvorschläge für die Neuwieder City

Beteiligung Bürger stellten beim zweiten Runden Tisch des Netzwerks Innenstadt Ergebnisse aus sieben Arbeitsgruppen vor

(RZ Kreis Neuwied vom Freitag, 25. Mai 2018, Seite 13)

Von RZ-Redakteurin Christina Nover

Neuwied. Was dabei herauskommt, wenn sich mehr als einhundert Bürger zusammensetzen, um ihre Stadt nach vorne zu bringen, das zeigte sich am Mittwochabend beim zweiten Runden Tisch des Netzwerks Innenstadt. Nach der Auftaktveranstaltung des Beteiligungsprojekts im Februar hatten sich sieben Arbeitsgruppen gebildet, in denen in den vergangenen Monaten eifrig an Ideen für ein besseres Leben in der Innenstadt gefeilt wurde. Das Ergebnis: rund 60 Projektvorschläge.

Bei dem Treffen in der Katholischen Familienbildungsstätte stellten die Sprecher der Arbeitsgruppen „Handel und Gastronomie“, „Gebäude und Wohnen“, „Öffentlicher Raum“, „Sicherheit und Sauberkeit“, „Mobilität und Verkehr“, „Kunst und Kultur“ sowie „Image und Kommunikation“ stichpunktartig ihre wichtigsten Projekte vor. Dabei wurde klar: Viele Themenbereiche überschneiden sich. So war die Aufwertung des Leerstands gleich Thema in mehreren Gruppen. Ebenso die Nutzung und Vermarktung des Heimathauses sowie die Gestaltung von verschiedenen Plätzen.

Laut Nina Porz, bei der in Sachen Netzwerk Innenstadt die Fäden auf Verwaltungsseite zusammenlaufen, haben sich in den vergangenen Monaten rund 180 Neuwieder an den Arbeitsgruppensitzungen beteiligt. Nach der Auftaktveranstaltung gab es zunächst ein erstes AG-Treffen, bevor Ende März der erste Runde Tisch zusammenkam. Aus Ideen, damals noch vage formuliert und zum Teil wild diskutiert, sind über weitere Treffen konkrete Projektsteckbriefe geworden – formuliert von den Bürgern selbst.

Stadtchef Jan Einig bezeichnete das Ergebnis als „irre Leistung“, lobte das strukturierte Vorgehen und die professionelle Aufarbeitung der Ideen. Um die Bürger in ihrer Kreativität nicht zu beschränken hieß es dabei: „Geld spielt erst mal keine Rolle“, wie Porz betont. Dass fehlendes Geld, Manpower und andere Beschränkungen in der kommenden Phase einigen Projekten ganz schnell den Garaus machen könnten, schmeckte deshalb nicht jedem in der Runde. Als es beispielsweise um mehr Polizeipräsenz in den Abendstunden in der City ging, erklärte die anwesende Leiterin der Polizeiinspektion Neuwied, Caroline Schug: „Das, was Sie sich da vorstellen, werden wir so nicht leisten können. Da darf ich keine falschen Illusionen zulassen“. Martin Lenzen, einer der beiden Sprecher der AG „Sicherheit und Sauberkeit“, konterte: „Wir haben einen Traum – dass das heute nicht geht, kann sein. Aber wir wünschen uns, dass es irgendwann mal geht.“

Viel Zeit für Diskussionen oder Fragen hatten die Organisatoren des Runden Tischs nicht vorgesehen. Vielmehr lag der Schwerpunkt der Veranstaltung darauf, dass sich für die verschiedenen Prioritätsprojekte Teams mit Sachkundigen zusammenfinden. „Es geht jetzt darum, dass Bürger, Politik und Verwaltung sich projektbezogen zusammentun und gemeinsam überlegen, welche Schritte als nächstes zu gehen sind“, erklärte Porz. Bereits im Juni soll ein Nächstes größeres Treffen stattfinden, im September dann der dritte Runde Tisch, bei dem die Öffentlichkeit über den Stand der Projekte informiert werden soll.

Demnächst werden wir im Rahmen der kleinen Serie „Netzwerk Innenstadt“ verschiedene Projekte aus den Arbeitsgruppen vorstellen.

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.