Aus der RZ: Neue Läden in der Mittelstraße machen Mut

Handel: Junge Neuwiederin eröffnet Dessousgeschäft

Von Christina Nover, RZ Kreis Neuwied vom Dienstag, 9. Oktober 2018, Seite 16

Neuwied. Christina Burkowski hat eine Mission: Sie will Frauen glücklich machen, indem sie ihnen BHs verpasst, die sitzen wie angegossen. Dass sie ihr Dessous-Geschäft mit Produkten der Firma Change gerade in der Neuwieder Mittelstraße aufmacht, werten viele Akteure vor Ort als echten Glücksfall. Sie sehen in der 32-Jährigen nicht nur ein positives Vorbild, sondern auch die Retterin eines leer stehenden Ladenlokals. Die Eröffnung des Geschäfts ist für den 5. Dezember geplant – wenige Monate später will das Modehaus Sinn rund 100 Meter weiter seine Tore öffnen.

„Diese frohe Nachricht hat mich in meiner Entscheidung bestärkt und war definitiv Mitauslöser dafür, dass ich mich für die Neuwieder Fußgängerzone entschieden habe“, sagt Burkowski, die schon eine ganze Weile auf der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal war. Dafür hat sie sich nicht nur in Neuwied, sondern auch in Koblenz umgeschaut. „Ich kenne beide Märkte. Koblenz ist auch nicht besser. Neuwied bietet für mich mehr Vorteile, und die Stadt liegt mir am Herzen“, sagt Burkowski, die selbst Neuwiederin ist. 2016 eröffnete sie bereits einen kleinen Shop in Torney, in dem Einzelberatungen durchgeführt und von dem aus Partner in ganz Deutschland beliefert werden. Nun will Burkowski in den ehemaligen Tamaris-Laden in die Fußgängerzone umziehen.

Dass schräg gegenüber mit Hunkemöller ein weiterer Dessous-Laden besteht, macht der Unternehmerin keine Sorgen. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, meint sie lächelnd. Die Unterwäsche, die sie verkauft, liegt allerdings auch in einer anderen Preiskategorie. Egal, ob 60 A oder 100 M – Burkowski hat Büstenhalter in jeder erdenklichen Größe im Angebot. Als sie bei einem Treffen mit Mitgliedern des Aktionsforums ihr Konzept vorstellt, machen die Herren in der Runde große Augen. Franz Becher, der Sprecher des Aktionsforums, freut sich über das Engagement von Burkowski: „Es ist toll, dass sich hier so ein Fachgeschäft ansiedelt“, sagt Becher und hofft darauf, dass dort die „Tugenden des stationären Einzelhandels“ wie Beratung und Service hochgehalten werden.

Julia Wiederstein, die neue Citymanagerin von Neuwied, lobt den Mut von Burkowski und betont: „Es darf gern mehr solche Leute geben, die so motiviert sind und der Innenstadt wieder Leben einhauchen.“ Tatsächlich hat nicht nur der ehemalige Tamaris-Laden einen neuen Mieter. Auch in der oberen Mittelstraße hat sich einiges getan. So eröffnete jüngst ein Bekleidungsgeschäft und ein Tattoo-Studio. Der erfahrene Betreiber des Tattoo- und Piercingstudios Confianza ist froh über den Standort und meint: „Ich denke, ich habe hier eine gute Stelle erwischt, wo ich auch Chancen habe, etwas zu verkaufen.“ Positiv stimmen ihn auch die Ankündigungen, dass in seiner Nachbarschaft in Kürze weitere Läden eröffnen. Dazu gehört ein Nagelstudio und ein Geschäft, in dem unter anderem Schuhreparaturen durchgeführt werden. Erst im Juli hatte Schuhmachermeister Klaus Zimmer sein Geschäft geschlossen und damit eine große Lücke hinterlassen.

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