Aus der RZ: Ärger über „Trittbrettfahren“ der Filialisten

Innenstadt: Mitglieder des Aktionsforums Neuwied wünschen gemeinsames Vorgehen

Von Christina Nover, RZ Kreis Neuwied vom Donnerstag, 11. Oktober 2018, Seite 12

Neuwied. Überall in den Neuwieder Geschäften wird derzeit für den verkaufsoffenen Sonntag geworben. Wirklich überall? Nicht ganz – in einigen Geschäften sucht man Plakate und Flyer, die auf innerstädtische Veranstaltungen hinweisen, vergeblich. Und das ärgert die Mitglieder des Aktionsforums Neuwied ganz gewaltig. Dies machte Franz Becher, der Sprecher der derzeit 69 Mitglieder umfassenden Gemeinschaft, bei deren jüngster Versammlung deutlich. Er kritisiert das Verhalten der großen Filialisten: „Das ist in höchstem Maße bedauerliches, billiges Trittbrettfahren dieser Unternehmen.“

Konkret sprach er von der Weigerung, die Werbegemeinschaft zu unterstützen und nannte verschiede Beispiele: „Tüten mit neutralen Logos wie ,Heimat shoppen’ dürfen nicht ausgegeben werden, Flyer nicht platziert werden, und finanzielle Hilfe, auch zu der Weihnachtsbeleuchtung, ist schon gar nicht zu erwarten.“ Dabei betonte er, dass er den Mitarbeitern von Deichmann, Fielmann, H&M und Co. keinen Vorwurf mache, sondern die Schuld in den Chefetagen der Unternehmen zu suchen sei. Er benannte das Gespräch mit den Entscheidern deshalb als eines der wichtigen Themen des Aktionsforums fürs kommende Jahr.

Die Termine für die verkaufsoffenen Sonntage wurden bereits festgelegt, und trotz aller Diskussionen rund um abgesagte Veranstaltungen in anderen Städten sieht Becher die Neuwieder damit auf der sicheren Seite: „Die verkaufsoffenen Sonntage sind wie immer an große, traditionsreiche Veranstaltungen gekoppelt, deshalb machen wir uns keine Sorgen.“Neben der Beteiligung an verschiedenen städtischen Veranstaltungen plant das Aktionsforum auch wieder eine Reihe eigener Veranstaltungen.

So soll unter anderem der im Juni erstmals durchgeführte Naschmarkt eine Wiederholung erfahren. Becher sprach im Rückblick auf die Startschwierigkeiten des Markts von einem „Achtungserfolg“, der Mut mache, weitere kleinere Naschmärkte eigenständig anzugehen. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass die Organisation sehr aufwendig war und das Vorstandsteam viel „Geduld, Kraft und Zeit“ gekostet hat. Dennoch sieht Becher eine Zukunft für das Konzept und äußerte die Idee, mit dem Markt in die Abendstunden zu gehen. Diese und weitere Ideen werden unter anderem auch im Netzwerk Innenstadt diskutiert, das Becher lobend erwähnte.

Sei es das Installieren neuen Blumenschmucks, die Umstellung der Straßenbeleuchtung oder die geplante Erweiterung der Weihnachtsbeleuchtung in die Marktstraße hinein – Becher ist sich sicher, dass die Innenstadt ein Makeover erfährt. Daraus resultiert aus seiner Sicht auch eine Imageverbesserung: „Unsere Mitglieder merken ganz deutlich einen Stimmungsumschwung zum Positiven.“

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